Kurz die Fakten:
Männertag – 3 Schalter + 2 Fixies – über 400km – 22,5h unterwegs -ca. 72500 Kurbelumdrehungen mit dem veloheld.
Wir müssen verrückt sein, aber wir haben es geschafft. Parallel zum Männertag machten sich 5 (+2 Teilbegleitungen) Jungs auf zur Wartburg. Start war an der Damperanlagestelle in Dresden, unserem ersten Checkpoint. Los ging es 9.30 am Donnerstag inmitten und durch bereits angetrunkener “Männer”, die sich bestimmt dachten, wir würden “eine kleine lustige Runde” zum Männertag fahren und uns danach die “Birne zulöten”. Nix da… wir hatten andere Ziele.

Entspannte erste Kilometer mit etwas Gegenwind ließen die Zeit schnell vorübergehen. Zum Frühstück Wurst (Eiweiß) und Bananen (Kohlenhydrate) stärkten uns für den weiteren Weg. Die Kräfte für den ein oder anderen Ortsschildsprint waren auch noch da und so ging es zum ersten längeren Halt im Schnitzeltower in Oppin bei ca. km 175. Essen und neue Kräfte fassen…

Irgendwie machten wir hier zu lange Pause, den der nächste Checkpoint, eine Fähre, musste bis 20.00Uhr erreicht sein. Doch davor mussten wir durch Halle, wo uns das GPS erstmal etwas falsch leitete. “Die Technik ist dran schuld” – egal mit Tempo 40 ging es weiter. Gerade so schafften wir es (19.55) den geforderten Stempel auf der Fähre Brachwitz zu holen.

So nun hatten wir die ganze Nacht Zeit um den Rest der Strecke zu bewältigen. Es lagen immerhin noch 200km vor uns. Die Nacht brach ein und mit ihr die Ruhe. Die Autos und Lichter wurden immer weniger, nur noch das Surren unserer Ketten auf den kalten Landstraßen am Kyffhäuser vorbei in Richtung Gotha.

Langsam meldeten sich auch gewisse Stellen unserer Körper, die einfach nicht mehr konnten. Da waren kleine “Anhöhen” eine angenehme Abwechslung, um für Entlastung im Wiegetritt zu sorgen. Blöderweise schmerzte die Abfahrt danach natürlich dreifach – in den Armen beim Abstützen auf dem Lenker, in den Beinen bei Trittfrequenz 200 und noch woanders…
Umso später es wurde, umso mehr ließ auch die Konzentration nach und man musste sich ständig daran erinnern, dass man das hier nicht träumte. Aber irgendwie wurde es zum Morgen hin wieder besser (zumindest bei mir) und man freute sich auf den Sonnenaufgang, der aufgrund Nebel und schlechten Wetter nicht kam.
Der letzte Checkpoint in Gotha durfte nicht vor 7 Uhr angefahren werden, so hatten wir hier noch etwas Zeit die Bäckereien und verirrte (…sicherlich noch vom Vortag) Jugendliche kennen zu lernen und mit ihnen “monotone Monologe” zu führen.
Die letzten 25km wurden dann doch etwas zügiger zurückgelegt bis dann der finale Anstieg zur Wartburg bevor stand. Und der hatte es in sich! Mit meiner 44×17 Übersetzung blieb nur die Flucht nach vorn, sonst wäre ich umgekippt. Und siehe da, wir waren die Ersten, die oben auf der Burg begrüßt wurden…

Zusammenfassend war es eine tolle Erfahrung sich mal so lange zu quälen, nicht aufzugeben und es bis ins Ziel zu schaffen. Vielen Dank an Tobi für die super Planung (Du hättest die 32€ Anmeldegebühr verdient), Micha, Robert, Tilo und unseren beiden “Anfahrern” Ronald und Eddy… mal sehen, wie es weiter geht:-)