Escape for a moment!

Die Wenigsten von euch wissen, dass ich eigentlich aus England komme. Ich war nämlich am Wochenende da. Und eine Woche davor dachte ich mir, "Ach was..." als ich vom SSCXEC17 in Brighton hörte, "da geht es doch darum, wer der schnellste schaltfaule Cyclocrosser Europas wird". Na gut, na gut, es bringt ja nichts, du musst da hin. Also fix das veloheld.alleyX (das X steht für "keine Schaltung", weil sonst würde das ja dranstehen, ganz klar) in die Fahrradhandtasche gestopft und die Tasche dann in den Rucksack zur Zahnbürste und den Ersatzschläuchen, Reißverschluss zu und ab in die Hosentasche damit, rüber auf die Insel und im Linksverkehr so tun, als ob man voll gut damit klarkommt. Vor dem Parlament hab ich noch versucht den Pförtner mit Gummibärchen zu bestechen, um den Brexit aufzuhalten, aber ich musste dann schnell wegrennen, hat er gesagt und ich dachte ich werde verfolgt, aber da kam gar niemand hinterhergelaufen. Also hatte ich weder politisch was erreicht, noch hatte ich Süßigkeiten, naja blieb immer noch dieses Fahrradevent. 

Es ist Samstag und es ist sonnig und es ist sooo sonnig wie es lange nicht mehr sonnig war. Das haben Ari und ich sofort ausgenutzt und sind auf die Fahrräder geklettert, uns gegenseitig angeschoben bis wir 262km/h schnell waren. Das war nur Spaß, wir haben das aus eigener Kraft geschafft, jedenfalls wollten wir nach Fulking (nordwestlich von Brighton), um dort die weltbekannte Kaffeekultur der Engländer zu huldigen, aber wir sind vorher in einem Schlammmix aus Kaugummi, Gips und Knete steckengeblieben, so dass uns direkt noch ein Schlauch geplatzt ist. Das mit dem Kaffee haben wir uns dann geschenkt und sind Sushi essen gegangen, nachdem wir durch tollste Landschaftsbilder gefahren sind. Die Sonne war dann am Abend auch noch kaputt gegangen und die Verantwortlichen hatten für "Sonntag" natütlich keine Sonne dabei, dies haben sie aber mit Wolken versucht zu verschleiern, was den 85 SinglespeedfahrerInnen (aus dem Vereinigten UK, Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien und Dresden) aber übelst egal war. Denn die hatten trotzdem gute Laune und Lust sich auf einer megalangen Crossstrecke (ich hab einmal kurz gedacht einen Schotten gesehen zu haben) gegenseitig die Wurst vom Brot zu ziehen.
Es waren 80 harte Fahrradminuten nach dem Massenstart (kein Le Mans-Start, denn wir waren ja in Great Britain), es ging über gerade Wiese, ansteigende Wiese, schräge Wiese , wie'se es eben gebaut haben. Wald und Wurzel war mit 50% Streckenanteil auch stark vertreten und somit dann doch recht abwechslungsreich. Ach, wen es interessieren sollte, welchen Platz ich nach der Zieleinfahrt belegt habe, der sollte sich fragen, ob das wirklich wichtig ist .

Beste Grüße von den Italienern an Paul.
DANKESCHÖN an Ari, Carsten, Alexander, Cento, Federico, Nicola, die Organisatoren, die kleine Familie, bei der wir schlafen konnten und alle die sich angesprochen fühlen.

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