Teamwork
Zusammen mit dem Team von The Female Explorer haben wir ein Gravelbike auf die Beine gestellt, das mehr ist als nur Fortbewegung auf zwei Rädern.
Es ist ein Statement für FLINTA*-Personen, die in der Fahrradwelt oft übersehen werden – und die trotzdem (oder gerade deshalb) ihren Platz auf dem Sattel einnehmen. Ein Gravelbike für mehr Sichtbarkeit. Mehr Selbstbestimmung. Mehr „Ich darf das.“ Für Schnee, Schotter, Sonntagsauffahrten und spontane Ausflüge in die Freiheit.
Und vor allem für eins: Mut. Einfach loszufahren, und zwar so, wie du bist, ohne Performancedruck.
Das Interview mit Leo von Female Explorer
Im Interview erzählt Leo von The Female Explorer, wie die Idee entstand, was feministische Gestaltung mit Rahmendesign zu tun hat – und warum ein „bisschen mehr“ Sichtbarkeit manchmal das größte Abenteuer ist.

Erinnerst du dich noch an den Moment, als ihr das erste Mal die Idee eines gemeinsamen Rads mit veloheld hattet? Was ging dir da durch den Kopf?
Es ist noch nicht so lang her, dass ich mit dem Gravelbiken gestartet bin. Vor 3 Jahren habe ich, angesteckt durch meine Kollegin Nic, meine erste kleine Bikepacking-Tour gemacht. Seitdem sind wir als Normalos, ohne große Kenntnisse in verrückte Abenteuer gestartet, die uns immer wieder an unsere eigenen Grenzen brachten – von ersten lokalen Erfahrungen bis zu ambitionierteren Touren durch die Wüsten Arizonas und Andalusiens. Bei jeder Tour haben wir dazugelernt. Und jedes Mal saß ich auf einem anderen Drahtesel. Das war für mich nicht so einfach und ich habe am eigenen Körper gespürt: Fahrrad ist nicht gleich Fahrrad. Wir haben so viele Learnings gemacht, sind jedes Mal ein Stück mehr gewachsen. Irgendwann hatte ich das dringende Bedürfnis nach einem eigenen Fahrrad, aber ich wollte es nicht nur für mich, ich wusste, dass es jede Menge Personen wie mich da draußen gibt. An diesem Punkt war für mich klar, dass ich anderen Frauen den Einstieg erleichtern möchte. Als dann veloheld, auf mich zukam, schwebte der Gedanke an eine „veloheldin“ direkt greifbar in der Luft. In meinem Kopf war: „Gemeinsam können wir ein Zeichen setzen.“
Warum war euch gerade die Kooperation mit veloheld wichtig?
veloheld steht mit seinen Stahlrahmen sowohl für eine nachhaltiger gedachte Fahrradwelt, als auch für echte Abenteuer. Das sind Werte, die stark mit uns resonieren. Außerdem sind wir als kleinere Unternehmen in Leipzig und Dresden ähnlich verwurzelt und wir lieben es beide, in der Produktentwicklung aufzugehen. Dem „veloheld“ eine „veloheldin“ zur Seite zu stellen, war uns auch ein Bedürfnis.
Wie lief die Zusammenarbeit mit uns ab? Gab’s einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Der schönste Moment war natürlich, als das Rad nach monatelanger Arbeit zum allerersten Mal vor mir stand und als wir es offiziell bei unserem ersten Female Rideout präsentieren konnten. Da begleitete mich ein starkes Gefühl von gemeinsamer Wirksamkeit, die auf große Resonanz stieß. Die Zusammenarbeit verlief nicht immer geradlinig, weil wir mit unseren Vorstellungen nicht auf fertige Prozesse und Systeme zurückgreifen konnten, sondern diese zum ersten Mal angingen. Etwas, das uns in unserer Laufbahn mit The Female Explorer immer wieder begegnet.
Ihr habt euch um die Grafiken auf dem Rahmen gekümmert: Wie seid ihr da rangegangen? Was war euch besonders wichtig?
Wir hatten schnell die Idee, einen All-Over-Print an den Rahmen zu bringen, der von unseren Abenteuern inspiriert ist. Scribbles, die handgezeichnet sind und genau diesen Charakter transportieren. Uns war ein Statement wichtig, das der performanceorientierten Herangehensweise im Fahrradbereich einen Gegenpol setzt. Wir wollten ausdrücken, dass jede Person da draußen mit Dreck am Rahmen in der Natur stehen kann, dass es auf’s Erlebnis ankommt und nicht darauf, was auf dem Tacho steht.
Was war euch bei der Gestaltung des Rads wichtiger: Funktion, Gefühl oder Ausdruck?
Die Funktion und das Gefühl auf dem Fahrrad sind natürlich essenziell, um eine Experience zu schaffen, die sich an echten Bedürfnissen orientiert. Mir nützt ein Rad nichts, das schön aussieht, aber nicht zu meiner Anatomie passt, das mich bremst, anstatt voranzubringen. Aus diesem Grund war es sinnvoll, unseren Wunsch nach einem Abenteuerrad für Frauen in professionelle Hände zu geben und gemeinsam etwas zu entwickeln, das Wert hat und für etwas steht.
Was bedeutet für euch eigentlich „Female Explorer“ auf dem Rad? Und wie spiegelt das Rad das wider?
Der „Female Explorer“ Scribble auf dem Rad ist angelehnt an unser „The Female Explorer“-Logo. Wir haben das „The“ bewusst weggelassen, denn es sollte kein simpler Logo-Print sein, sondern etwas, mit dem man sich persönlich identifiziert und das man nach außen tragen möchte. Ein Female Explorer zu sein, ist auf gewisse Weise auch politisch. Schaut man zurück, ist es nicht lang her, dass Frauen am Berg, auf Expeditionen und auf Reisen nicht akzeptiert wurden.
Viele FLINTA*-Personen fühlen sich in der Radwelt nicht wirklich gesehen. Was muss sich da ändern?
Einstiegsbarrieren müssen sinken – nicht nur technisch, sondern auch mental. Unterschiedliche Körper, Lebensrealitäten und Bedürfnisse von FLINTA-Personen müssen mitgedacht werden. Verschiedenste Narrative und Personas sollten da eine Rolle spielen, sodass Klischees und alte Stereotype aufgebrochen und Platz für mehr Diversität gemacht wird. FLINTA-Personen oder auch Mütter sollten nicht dafür verurteilt werden, dass sie einer Leidenschaft nachgehen, die fernab des „typischen“ Rollenverhaltens ist. Ich habe das leider selbst oft erlebt. Ein Umdenken wäre da wünschenswert. Es braucht mehr Räume, in denen FLINTA-Personen ausprobieren, lernen und Spaß haben können – ohne bewertet oder belächelt zu werden. Workshops, Testfahrten, Rideouts oder auch Communitys können dafür sorgen, dass Erfahrungen geteilt und Fragen ernst genommen werden. Am wichtigsten ist aber, dass Marken, Shops und Hersteller wirklich zuhören, welche Bedürfnisse es gibt, und das mit eindenken. Mehr FLINTA-Perspektiven in der Produktentwicklung und Entscheidungspositionen würden außerdem dafür sorgen, dass Bikes, Gear und Angebote besser auf die Vielfalt der Nutzer:innen abgestimmt werden.
Warum braucht’s keine Bestzeiten oder Wattwerte, um sich aufs Rad zu setzen und loszufahren? Was ist dir persönlich wichtig, wenn’s um Abenteuer auf dem Rad geht?
Outdoors ist für jede:n da! Und wer Lust hat, sich da auszuprobieren, sollte nicht aufgrund von Glaubenssätzen gehindert werden. Auch eigene Limitierungen, die wir uns selbst auferlegen, können da eine Rolle spielen, à la „Ich bin nicht gut genug dafür“, „Ich darf mir das nicht herausnehmen“. Auf Abenteuer zu sein, bedeutet für mich, sich davon frei zu machen und der Neugier zu folgen. Persönlich wichtig sind mir die Erlebnisse, die mich erden, die mir zeigen, was es heißt, wirklich im Moment zu sein. Die Kombination Natur, Fahrrad und ich, nur das Nötigste dabei, gibt mir da ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Und das sollte für jede Person möglich sein.
Wie war’s beim Launch? Gab’s diesen einen Moment, wo du dachtest: „Okay, das ist jetzt echt!“?
Der Launch war für mich ein großer Anstoß – ein Moment, der gezeigt hat, was man gemeinsam auf die Beine stellen kann. Natürlich war es unglaublich, endlich selbst auf dem Sattel meines eigenen Gravelbikes zu sitzen, das genau auf mich abgestimmt ist. Aber dem überwog noch das Bewusstsein, dass wir mit dem Bike eine Möglichkeit schaffen, dass mehr Menschen die Freiheit und Freude am Gravelbiken erleben können – genau das hat den Moment für mich so besonders gemacht!
Was hoffst du, dass dieses Rad bei anderen FLINTA*-Personen auslöst?
Ich hoffe, dass dieses Rad vor allem eines auslöst: Mut. Mut, sich aufs Rad zu setzen, neugierig zu sein und eigene Abenteuer zu wagen – ohne dass das Geschlecht, die Körpergröße oder die Erfahrung eine Hürde darstellen. Ich möchte, dass FLINTA-Personen spüren: Ihr gehört in die Radwelt, ihr dürft euch ausprobieren, ihr dürft eure Grenzen testen – und ihr müsst euch dafür nicht anpassen. Ich wünsche mir, dass jede, die dieses Bike sieht oder ausprobiert, merkt: Ja, das kann ich auch – und ja, ich habe Platz und Raum, mich frei zu entfalten.
Stell dir vor, da steht jemand, die sich noch nicht traut loszufahren und du kannst ihr einen Satz mit auf den Weg geben – was würdest du ihr sagen?
Draußen auf dem Rad zählt nicht Perfektion, sondern das Erlebnis, die Freiheit und die Freude, deinen eigenen Weg zu finden. Es ist egal, wie weit du kommst, es zählt nur, dass du unterwegs bist!
Fazit: Dieses Rad macht Platz
Dieses Gravelbike will nichts verkaufen. Es will etwas ganz anderes: Dich da draußen sehen. Auf dem Rad. In deinem Tempo. Mit deiner Geschichte. Auf deinem Abendteuer. Die Female Explorer Edition ist für FLINTA-Menschen, die lieber Spuren im Schnee hinterlassen als sich an Vorgaben halten. Für alle, die Bock haben auf Draußen, aber keinen Bock auf „Du musst erst …“, und für alle, die sich Abenteuerlust nicht absprechen lassen – nur weil sie nicht aussehen wie im Katalog.
Wir haben nicht nur an Technik gefeilt, sondern an Haltung. Das ist ein „Na klar kannst du das!“-Gravelbike. Ein „Mach dein Ding“-Gravelbike. Ein „Perfekt unperfekt“-Gravelbike. Alle Details zur limitierten Female Explorer Edition findest du im Shop. Oder schreib uns direkt – wir freuen uns auf dich.




























